Aufbau der Espressomaschine

Saeco EspressomaschinenHäufig verbergen sich hinter den Angeboten von Espressomaschinen verwirrende technische Bezeichnungen. Aber was versteht man unter Dualboiler, Einkreiser oder Zweikreiser? Und welche Espressomaschine passt am Besten zu Ihren Trinkgewohnheiten? Der nachfolgende Ratgeber erklärt Ihnen den Aufbau einer Espressomaschine und bringt Ihnen die Unterscheidungsmerkmale von Espressomaschinen näher. Der Fokus liegt dabei auf drei Elementen: die Pumpe, der Wärmetauscher bzw. Kessel und anschließend die Brühgruppe. Mit diesen Informationen wird es Ihnen deutlich leichter fallen, sich bei den Fachbegriffen in der Welt der Espressomaschinen zurechtzufinden und die für Sie beste Auswahl zu treffen.

Die Pumpe als treibendes Element

Gaggia EspressomaschinenVon Bezzera stammt das Prinzip von den ersten Espressomaschinen. Noch heute finden sich diese Geräte in vielen Küchen preisgünstig und verkünden mit Zischen und Blubbern starken, frischen Kaffeegenuss. In der Mokkakanne entsteht durch Hitze aus Wasser und Dampf eine Mischung und diese erzeugt für den Brühvorgang den nötigen Druck. Die zu hohe Temperatur von über 100°C ist die Schattenseite von dieser Methode. Dem Kaffee verleihen dadurch gewöhnlich nicht gelöste Stoffe einen bitteren Geschmack.

Das Prinzip wurde 1945 abgelöst durch eine Erfindung von Achille Gaggia: die Handhebelmaschine. Damit wurde die Temperatur von dem Druckaufbau getrennt und die Welt erhielt durch einen schonenden Brühvorgang mildere Espressi. Der Barista stemmt sich dabei mit Muskelkraft gegen eine Feder, die sich im Inneren des Kolbens befindet, und baut somit in der Brühkammer Druck auf. Noch in heutiger Zeit findet sich diese kunstvolle Art von der Zubereitung in vielen italienischen Cafés, weil die Bedienung von dem Hebel viel Geschick erfordert, um in die Tasse konsistente Resultate zu zaubern.

Die Hersteller von heutigen Espressomaschinen nutzen überwiegend elektrisch betriebene Pumpen. Es gibt dabei zwei Systeme, die es zu unterscheiden gilt. Den Bereich der Haushaltsmaschinen dominiert die Vibrationspumpe, da sie platzsparender und preiswerter ist. Einem Vergleichstest nach zu urteilen, steht einer deutlich teureren Rotationspumpe eine Vibrationspumpe im Bereich des Geschmacks in nichts nach. Die Rotationspumpe rechtfertigt den höheren Preis durch eine höhere Kapazität. Dadurch kann sie mit konstantem Druck mehrere Brühgruppen versorgen. Zudem besitzt eine Rotationspumpe mehr Laufruhe und eine bessere Robustheit. Für den anspruchsvollen Espressofan ist daher selbst die Rotationspumpe wegen der letzteren Merkmale auch für den Heimgebrauch interessant.

Der Kessel als Herzstück von einer Espressomaschine

Die Betrachtung von einem der wichtigsten Komponenten bei einer Espressomaschine, dem Kessel, ermöglicht eine grobe Einteilung. Sie sollten Ihre eigenen Trinkweisen bei der Wahl stets bedenken: Richten Sie Ihren Fokus auf Espressi oder möchten Sie auch hin und wieder Milchgetränke sich selbst oder sogar mehreren Gästen servieren können?

In dem Kessel befindet sich Wasser. Damit können Sie zum einen Espresso brühen und zum anderen mit dem Dampf Milch aufschäumen. Durch ein Heizelement werden diese auf eine optimale Temperatur gebracht. Diese Temperatur sollten Sie möglichst konstant halten. Dabei sind besonders ein isolierter Kessel oder eine P. I. D. Temperatursteuerung hilfreich. Die Größe von dem Kessel ist ein weiterer Faktor. Mit diesem erhöht sich die Kapazität für den Bezug von Wasser oder Dampf.

Art der Espressomaschine Hinweise
Einkreiser Bei Einkreiser Espressomaschinen bildet den Kern ein einziger Kessel. Dieser beliefert zugleich Dampflanzen und Brühgruppen. Damit entstehen starke Einschränkungen, falls Sie sich nicht nur Espresso, sondern auch Milchgetränke, wie beispielsweise Latte Macchiato oder Cappuccino wünschen. Für die Brühgruppen beträgt die optimale Temperatur etwa 90°C, für die Zubereitung von samtigem Milchschaum benötigen Sie hingegen über 100°C. Da in einem Wasserkreis zwei Temperaturen nicht gleichzeitig existieren können, müssen Sie die Temperatur von dem Kessel durch Aufheizen vom Brühvorgang zum Dampfbezug angepasst werden. Bei der Kaufentscheidung kann zwischen den beiden Bedienmodi die Wartezeit somit ein entscheidender Faktor sein.
Zweikreiser Bei der Zubereitung von heißen Milchgetränken umgeht die Funktionsweise von dem Zweikreiser diesen Engpass. Den ersten Wasserkreislauf bildet ein großer Kessel, in dem sich heißes Wasser von über 100°C befindet. Damit haben Sie Dampf für das Milchaufschäumen und Wasser, für das Zubereiten von Tee. Eine kleine Wasserkammer wird von diesem umgeben. In diese strömt kaltes, frisches Wasser vom Festwasseranschluss oder vom Tank. Dieses Wasser heizt sich beim Durchlaufen von dem deutlich heißeren Dampfkessel auf eine optimale Brühtemperatur auf. Die ideale Temperatur bestimmen dabei eine Kombination der Umgebungstemperatur und der Durchlaufzeit. Dies ermöglicht einen gleichzeitigen Bezug von Dampf und Brühwasser ohne eine ständige Wartezeit. Allerdings nimmt die Kammer bei langem Stehen die Temperatur von dem Dampfkessel an. Hierzu lassen Sie von dem Brühkopf Wasser ab. Somit kommt frisches, kaltes Wasser in die Kammer, bevor Sie Ihren Espresso zubereiten.
Dualboiler Der Dualboiler ist in der Kaffeewelt eine noch ziemlich neue Errungenschaft. Hier gibt es zwei einzelne Kessel für Dampf und Brühwasser, die völlig neue Dimensionen der Kontrolle und Kapazität ermöglichen. Bei professionellen Dualboilern können Sie Dampf und Espresso gleichzeitig und fast endlos beziehen ohne Schwankungen in Druck oder Temperatur. Außerdem können Sie Temperatur und Druck von beiden Kreisläufen individuell anpassen.

Vor- und Nachteile einer Espressomaschine

  • schonende Zubereitung
  • ideal für anspruchsvolle Espressofans
  • die Zubereitung ist auch für zwei Personen gleichzeitig möglich
  • teurer als normale Kaffeemaschinen

Die Brühgruppe als das letzte Glied in der Kette

Über die Qualität in Ihrer Tasse bestimmt schließlich noch die Brühgruppe. Den Standard setzt hierbei seit 1961 Faema mit der E61. Hauptsächlich besteht diese aus drei revolutionären Elementen. Nach dem Brühvorgang ermöglicht eine spezielle Mechanik aus Ventilen und Federn das Ableiten von dem verbleibenden Druck. Es ist auch möglich, eine Prä-Infusion vorzunehmen. Hierbei trifft nicht sofort mit hohem Druck heißes Wasser das Kaffeemehl, vielmehr festigt zuvor mit wenig Druck eine kleine Menge Wasser das Kaffeemehl und lässt diese vorquellen.

Tipp! Bei der Frage, welche Espressomaschine am Besten zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt, sollten Sie sich zunächst an der Art des Kessels orientieren. Der preisgünstige Einstieg in die Welt der Espressi sind mit Sicherheit Einkreiser, die jedoch schnell Ihre Schwäche zeigen, wenn Sie des Öfteren für sich und Ihre Gäste heiße Milchgetränke servieren möchten. Mit einem Zweikreiser lösen Sie dieses Problem schnell und effizient. Ein Dualboiler hingegen ist für einen Perfektionisten gut geeignet, der auch viel und oft verschiedene Heißgetränke zubereiten will – ganz gleich, ob Espressi oder verschiedene heiße Milchgetränke.

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